Ablauf
Unsere sozialpädagogischen Familien- und Einzelbegleitungen folgen einem einheitlichen Phasenmodell. Dieses beginnt mit einer Analyse- und Diagnosephase, geht über in eine Interventionsphase (Lern- und Veränderungsphase) und schliesst mit einer Abschlussphase ab.
Eine Abweichung besteht bei der Familienaktivierung: Diese endet bereits nach der Analyse- und Diagnosephase mit dem ersten Standortgespräch sowie dem Indikationsbericht. Auch bei der KOFA-Bedarfsklärung und der KOFA-Intensivabklärung entfallen die Interventions- und Abschlussphasen; diese Angebote schliessen mit der Erstellung des jeweiligen Indikations- bzw. Abklärungsberichts ab.
Bei Besuchsbegleitungen werden die Phasen entsprechend dem Auftrag individuell festgelegt. Sie bestehen in der Regel aus einer Vorlaufphase sowie einer oder mehreren Besuchsbegleitungsphasen.
Sozialpädagogische Familien- und Einzelbegleitungen
Erstgespräch
Familienbegleitungen starten mit einem Erstgespräch bei der zuweisenden Fachstelle. Daran nehmen die Eltern, die zuweisende Fachperson sowie die Mobile Familienberatung – bestehend aus Familienberater:in und Fachleitung – teil. Wann immer möglich, werden auch Kinder und Jugendliche einbezogen. Bei Jugendcoachings sind in der Regel auch die Eltern am Erstgespräch beteiligt. Gemeinsam klären wir den Auftrag, den Ablauf sowie die Ziele der Begleitung. Die besprochenen Inhalte werden in einem kurzen Bericht festgehalten.
Analyse- und Diagnosephase
In der Startphase steht der Aufbau einer tragfähigen und vertrauensvollen Arbeitsbeziehung im Vordergrund. Gemeinsam erfassen wir die aktuelle Lebenssituation, vorhandene Ressourcen und Kompetenzen sowie mögliche Belastungen und Risiken. Auf dieser Grundlage werden erste Schritte zur Umsetzung der vereinbarten Ziele eingeleitet. Bei Bedarf beziehen wir Schulen und weitere relevante Fach- und Bezugspersonen in die Begleitung ein.
Nach rund drei Monaten findet ein erstes Standortgespräch bei der zuweisenden Fachperson statt. Auf Grundlage unserer fachlichen Einschätzung reflektieren wir gemeinsam den bisherigen Verlauf und den Stand der Zielerreichung. Bei Bedarf werden Ziele und Einsatzintensität angepasst und ergänzende Massnahmen vereinbart. Die Inhalte und Ergebnisse des Gesprächs werden in einem ausführlichen Bericht zusammengefasst.
Interventionsphase (Lern und Veränderungsphase)
In der Interventionsphase arbeiten wir an den gemeinsam vereinbarten Zielen. Dabei stärken wir vorhandene Ressourcen, erproben neue Lösungswege und entwickeln bestehende Kompetenzen weiter. Bei Bedarf unterstützen wir die Familie dabei, weitere Hilfsangebote einzubeziehen und den Kontakt zu anderen Fachpersonen herzustellen.
In einem weiteren Standortgespräch bei der zuweisenden Fachstelle überprüfen wir gemeinsam den Stand der Zielerreichung und entscheiden über die Fortsetzung oder den Abschluss der Begleitung. Bei einer Weiterführung werden neue Ziele für die nächste Phase festgelegt und ein Zwischenbericht erstellt. Andernfalls verfassen wir einen Abschlussbericht und leiten die Abschlussphase ein.
Abschlussphase
Der Abschluss der Begleitung wird gemeinsam sorgfältig vorbereitet. Wir achten darauf, dass alle Familienmitglieder gut angebunden sind, und erstellen bei Bedarf Notfallpläne. Mögliche Anschlusslösungen und weitere Unterstützungsmöglichkeiten werden gemeinsam besprochen und – wenn sinnvoll – umgesetzt.
Follow Up
Zur Überprüfung der Nachhaltigkeit findet rund drei Monate nach Abschluss der Begleitung ein telefonisches Follow Up-Gespräch mit der Familie oder den Jugendlichen statt. Ergänzend erhalten die zuweisenden Fachstellen eine schriftliche Rückmeldung.
Besuchsbegleitungen
Vorlauf und Erstgespräch
Während der Vorlaufphase bereiten wir beide Elternteile getrennt voneinander auf die Besuche und Übergaben sowie auf das Erstgespräch bei der zuweisenden Fachstelle vor. An diesem Gespräch nehmen die Eltern, die zuweisende Fachperson sowie die Mobile Familienberatung – bestehend aus Besuchsbegleiter:in und Fachleitung – teil. Gemeinsam werden Ablauf, Rahmenbedingungen, Besuchstermine und das weitere Vorgehen festgelegt. Die getroffenen Vereinbarungen werden in einem kurzen Bericht festgehalten.
Besuchsbegleitungsphasen
Bei der Planung und Durchführung der Besuche arbeiten wir eng mit dem Kind sowie beiden Elternteilen zusammen und berücksichtigen die individuellen Wünsche und Bedürfnisse aller Beteiligten. Ziel ist es, die Besuche altersgerecht und im Einklang mit dem Kindeswohl zu gestalten. Jeder Besuch wird im Anschluss gemeinsam reflektiert.
Nach jeder Besuchsbegleitungsphase findet ein Standortgespräch bei der zuweisenden Fachperson statt, in dem der Verlauf, die individuellen Erfahrungen sowie die Umsetzung der getroffenen Vereinbarungen reflektiert werden. Darauf aufbauend wird die nächste Phase geplant. Jede Phase wird in einem Verlaufsbericht dokumentiert; den Abschluss der Begleitung bildet ein Schlussbericht.
KOFA-Bedarfsklärungen
Eine KOFA-Bedarfsklärung beginnt mit einem Erstgespräch bei der zuweisenden Fachstelle. Daran nehmen die Eltern, die zuweisende Fachperson sowie die Mobile Familienberatung – bestehend aus Familienberater:in und Fachleitung – teil. Gemeinsam besprechen wir Ablauf und Ziel der Bedarfsklärung: herauszufinden, welchen Unterstützungsbedarf die einzelnen Familienmitglieder haben. Die wichtigsten Punkte halten wir in einem kurzen Bericht fest.
In der anschliessenden Analysephase betrachten wir gemeinsam mit der Familie ihre aktuelle Lebenssituation. Dabei berücksichtigen wir die Erziehungs- und Entwicklungsaufgaben von Eltern und Kindern, vorhandene Stärken und Ressourcen sowie mögliche Belastungen und Risiken. Bei Bedarf ziehen wir auch Lehrpersonen oder Therapeut:innen hinzu.
Nach drei Monaten fassen wir die Ergebnisse in einem Indikationsbericht zusammen. Darin wird aufgezeigt, welche Unterstützung sinnvoll ist und welche Ziele in einer anschliessenden Familienbegleitung weiterverfolgt werden sollen. Im Schlussgespräch bei der zuweisenden Fachstelle besprechen wir den Bericht, unsere Empfehlungen und die nächsten Schritte gemeinsam mit der Familie.
KOFA-Intensivabklärungen
KOFA-Intensivabklärungen starten mit einem Erstgespräch, das entweder bei der KESB oder in den Räumlichkeiten der Mobilen Familienberatung stattfindet. Daran nehmen die Eltern, die abklärende Fachperson und die Fachleitung der Mobilen Familienberatung teil. Findet das Gespräch bei der KESB statt, ist zusätzlich die zuweisende Fachperson dabei. Gemeinsam besprechen wir den genauen Ablauf der Abklärung und unterschreiben die erforderlichen Schweigepflichtentbindungen.
Während der Analysephase betrachten wir nicht nur die Familie selbst, sondern auch ihr Umfeld, um ein vollständiges Bild zu erhalten. Dabei setzen wir neben den KOFA-Instrumenten den international anerkannten „Strengths and Difficulties Questionnaire“ (SDQ) ein. Risiken für Kinder werden mit dem standardisierten Instrument CARE-CH (Child Abuse Risk Evaluation) eingeschätzt, bei Bedarf zusätzlich mit dem RE-KipE, der speziell für Kinder psychisch kranker Eltern entwickelt wurde.
Nach drei Monaten liegt der Abklärungsbericht vor. Er enthält eine fachliche Einschätzung zu den Lebensbedingungen und der Entwicklung der Kinder, zur Eltern-Kind-Beziehung, zu den Erziehungskompetenzen der Eltern sowie zu deren Bereitschaft, die empfohlenen Unterstützungsangebote umzusetzen. Abgeschlossen wird der Bericht mit einer Gesamteinschätzung, der Beantwortung der Fragen der zuweisenden Stelle und klaren Empfehlungen für mögliche Kindesschutzmassnahmen und weiterführende Unterstützung.
Zum Abschluss besprechen wir den Bericht, unsere Empfehlungen und die nächsten Schritte gemeinsam mit den Eltern – entweder in den Räumlichkeiten der Mobilen Familienberatung oder bei der KESB. Anschliessend wird der Abklärungsbericht der KESB eingereicht.

